Hildegardmedizin
Hildegard von Bingen (1098 – 1179) war als Nonne, Visionärin, Komponistin und Heilerin eine mutige Vorkämpferin ganzheitlichen Denkens, Fühlens und Handelns – und das in einer Zeit radikal-christlicher Kreuzzüge und Inquisitionen.
Die anthroposophische Lehre wäre ohne sie kaum denkbar, und Rudolf Steiner und Goethe spielten heute eine ganz andere Rolle. Hildegard stand stets in Beziehung zur übersinnlichen Welt und ihren Seelen und stand trotzdem mit beiden Beinen im Leben.
Sie war eine gute Beobachterin der Natur. Sie kannte viele heilsame Pflanzen und hinterließ viele Rezepte darüber, befasste sich auch mit einer maßvollen und gesunden Ernährung, wobei besonders der Dinkel eine Rolle spielt.
Auch eine besondere Art des Aderlasses als Ausleitungsverfahren wird ihr zugeschrieben.
Bei der Psychotherapie war es ihr Ziel, eigene Schwächen zu erkennen und das seelische Gleichgewicht zu stärken. Die von ihr definierten 35 Tugenden und Laster können als eine Typenlehre verstanden werden.